Vater spielt mit seinem Kind athomass - Fotolia.com

Sprachentwicklung

Die Sprachentwicklung eines Kindes beginnt mit dem ersten Schrei. Hören, eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Erlernen von Sprache, kann das Kind sogar schon vor der Geburt. In den Lallphasen im ersten Lebensjahr probiert das Kind Stimme und Sprechwerkzeuge aus. Anfangs entnehmen die Babys aus Stimmklang und Satzmelodie die Bedeutung gesprochener Worte, gegen Ende des ersten Lebensjahres verstehen die Kinder dann die Worte für alltägliche Gegenstände und Personen. Das Sprachverständnis entwickelt sich also bereits vor dem ersten selbst gesprochenen Wort eines Kindes.

Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo, so auch beim Sprechen. Dennoch gibt es „Meilensteine“ in der Sprachentwicklung:

  • Zwischen dem 12. und dem 18. Lebensmonat sprechen die Kinder üblicherweise ihr erstes Wort.
  • Mit Erreichen des zweiten Geburtstages (24. Lebensmonat) sollte das Kind einen aktiven Wortschatz von 50 Wörtern beherrschen und auch schon 2 Wörter zu kurzen Aussagen kombinieren. Ist das nicht der Fall, ist das ein Hinweis auf eine deutlich verzögerte Sprachentwicklung. Eltern, die glauben, dass ihr Kind in der Sprachentwicklung in irgendeiner Form verzögert ist, sollten sich unbedingt an eine Logopädin/einen Logopäden oder die Kinderärztin/ den Kinderarzt wenden, damit ihr Kind genauer untersucht wird.
  • Bis zum Ende des 4. Lebensjahres bildet das Kind dann korrekte Haupt-und Nebensätze, verwendet Vergangenheits- und Zukunftsformen. Der Wortschatz ist bereits umfangreich und enthält beispielsweise die Bezeichnungen für alle gängigen Farben und Präpositionen wie „neben“ und „vor“. Das Kind kann auch alle Laute bis auf „s“ und „sch“ richtig aussprechen.

Wenn die Sprachentwicklung nicht ganz klappt

Damit Kinder, die in ihrer Sprachentwicklung Hilfe brauchen, diese auch bekommen, werden in Oberösterreich alle 4- bis 5-jährigen Kinder im Kindergarten von einem logopädischen Screening erfasst. Dabei überprüfen Logopädinnen die Sprach- und Sprechfähigkeiten der Kinder auf spielerische Art und Weise. Die Eltern werden im Anschluss in einem persönlichen Gespräch vom Behandlungsbedarf ihres Kindes verständigt.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind Unterstützung beim Sprechen lernen braucht: Für Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, stehen Logopädie-Standorte von Volkshilfe , Caritas und Magistrat Linz in ganz Oberösterreich zur Verfügung. Diese werden von der Kinder- und Jugendhilfe sowie von den Sozialversicherungsträgern finanziert. Bei der OÖGKK zur Gänze, bei anderen Kassen werden von den Eltern zum Teil geringe Selbstbehalte eingefordert.

Die Logopädie-Standorte in Oberösterreich finden Sie auf der Website des Verbandes der Logopädinnen Oberösterreichs im Menüpunkt "TherapeutInnensuche". Vereinbaren Sie bitte telefonisch einen Termin.

Üben hilft!

Wer sein Kind zur Therapie begleitet und die gezeigten Übungen zu Hause regelmäßig wiederholt, wird sehen, dass sich die Mühe lohnt: bei mehr als 90% der Kinder kann durch eine logopädische Therapie die Sprachauffälligkeit vermindert oder ganz behoben werden!