Schreiendes Baby Ilka Burckhardt - Fotolia.com

Schreien

Ein Baby schreit niemals, um die Eltern zu ärgern! Eltern sollten daher ihr Baby nicht einfach schreien lassen, sondern versuchen, zu verstehen, was es ihnen damit sagen will. Babys schreien, um ihre Bedürfnisse auszudrücken. Wenn es hungrig oder müde ist oder sich alleine fühlt, kommt es damit noch nicht alleine klar und braucht Unterstützung.

Wenn sich das Baby trotzdem nicht beruhigen lässt, dann sollte Beratung in Anspruch genommen werden! Für Mütter und Väter, die selbst völlig erschöpft und mit ihren Nerven am Ende sind, ist es umso schwerer, ein Baby zu beruhigen.

Wo es Beratungsangebote gibt, erfahren Sie bei der Eltern-/Mutterberatung in Ihrer Nähe. In den IGLU-Beratungsstellen finden regelmäßige kostenlose Beratungen zu diesem Thema statt.

Unsere Tipps dazu

Kann ich mein Baby zu sehr verwöhnen?

Nein. Wenn ein Baby in den ersten Monaten schreit, dann ruft es damit seine Bezugsperson herbei, weil es Unterstützung braucht und noch nicht alleine klar kommt. Kein Baby möchte seine Eltern ärgern - das kann es auch noch gar nicht: Ein Baby drückt aus, was es gerade empfindet. Es kann nur die eigenen Gefühle wahrnehmen, aber sich nicht in die Gefühle seiner Eltern hineinversetzen. Wenn die Bezugsperson kommt und dem Baby gibt, was es braucht, dann lernt es mit der Zeit, dass sein Verhalten eine Auswirkung hat. Es gibt da jemanden, auf den man sich verlassen kann.

Je sicherer und emotional gebundener sich ein Baby fühlt, umso neugieriger verhält es sich. Eine frühe sichere Bindung ist der beste Schutzfaktor für das spätere Leben und für gesundheitliches Wohlbefinden. Eine gute Bindung ist verantwortlich dafür, wie glücklich wir werden, wie gut wir die Gefühle anderer verstehen können, wie gut wir uns trösten lassen können, ob wir lieben und uns lieben lassen können, ob wir Freundschaften entwickeln können und wie gut wir Herausforderungen und Krisen bewältigen können.


Was Sie nicht tun sollten:

Wenn Eltern ihr Baby einfach schreien lassen und nicht auf seine Bedürfnisse reagieren, hört es irgendwann aus Frust und Erschöpfung von alleine auf. Dieses Baby lernt: "Es kommt sowieso niemand, also ist es sinnlos zu schreien". Es lernt nicht, darauf zu vertrauen, dass es etwas bewirken kann.

Solche Kinder wirken gegen Ende des 1. Lebensjahres oft recht unkompliziert und pflegeleicht, weil sie wenig weinen und nicht „fremdeln“. Aber innerlich sind sie unsicher und gestresst. Es fehlt ihnen die sichere Bindungsperson, auf die sie sich verlassen können und die sie vermissen, wenn sie sich entfernt. Sie können die eigenen Bedürfnisse nur wenig zuordnen und haben verlernt, diese zu zeigen.